Was ist wichtiger für eine gute Zusammenarbeit: ein genau definierter Ansatz, wie das Ziel erreicht werden soll, oder klare Rollen für die einzelnen Teammitglieder?
Der allgemeinen Auffassung zufolge ist es wesentlich, die Herangehensweise genau zu klären, die Rollen der Gruppenmitglieder jedoch im Unklaren zu lassen. Angeblich ermutigt das die Mitarbeiter, Ideen auszutauschen und auf vielerlei Weise am Erfolg mitzuwirken.
Forschungen und unsere Erfahrungen aus Projekten und Beobachtungen im Workshop Open System Experience zeigen jedoch deutlich, dass das Gegenteil zutrifft: Die Zusammenarbeit verbessert sich, wenn die Rollen der einzelnen Teammtglieder genau definiert sind und von den Mitarbeitern richtig verstanden werden – wenn diese also das Gefühl haben, dass sie einen grossen Teil ihrer Arbeit selbständig erledigen können.
Fehlt diese Klarheit, dann verschwenden sie womöglich zu viel Zeit damit, über die Rollenverteilung zu verhandeln oder ihr Revier zu verteidigen, statt sich auf die Arbeit zu konzentrieren. Zudem sind Teammitglieder eher zur Zusammenarbeit bereit, wenn der Weg zum Ziel ein wenig im Dunkeln gelassen wird. Sie investieren eher Zeit und Energie in die Zusammenarbeit, wenn sie den Eindruck haben, die gestellte Aufgabe erfordere Kreativität.

